Ursula – Vom Kopf ins Gehen
„Alles war organisiert – nur ich nicht mehr.“
Ursula (64) aus Bielefeld war meine erste Begleitung auf dem Jakobsweg in Westfalen. Vier Tage waren wir unterwegs – von Bielefeld über Steinhagen, Warendorf und Telgte bis Münster.
Wir sind nicht jeden Kilometer gelaufen, und das war genau richtig so. Einmal stiegen wir nach dem Frühstück einfach in den Bus – raus aus dem Regen, rein ins Gespräch. Für mich gehört das dazu: Der Weg ist kein Dogma, sondern ein Raum für Entscheidungen.
Ursula suchte Ruhe, nicht Leistung. Jeden Abend schrieb sie ein paar Zeilen mit einem alten Füllfederhalter. In Telgte sagte sie: „Ich hätte nie gedacht, dass man sich selbst beim Gehen so nah kommen kann.“
Als wir Münster erreichten, legte sie den Kiesel, den sie seit Bielefeld mit sich trug, neben den Dom – rund, hell, unscheinbar. Ein Symbol dafür, dass ein Schritt manchmal reicht, wenn er bewusst gesetzt ist.